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Ein altes Problem der Uhrentechnik, mehrere räumlich getrennte Uhren zu einer übereinstimmenden Zeitanzeige zu bringen, ließ sich mit Hilfe der Elektrizität lösen (HIPP). Eine Nebenuhr ist nichts weiter als ein
Zählwerk, das die empfangenen Stromstöße zählt. Bekommt ein Nebenuhrwerk in Zeitabständen von je einer Minute 60 Stromstöße, so ist eine Stunde vergangen. Eine Nebenuhr ist demnach keine Uhr im Sinne des Uhrmachers,
denn sie besitzt keinen Gangregler. Ohne Hauptuhr ist sie unbrauchbar.
In Deutschland konnten sich Nebenuhren mit neutralem Magnetsystem aufgrund Ihrer Anfälligkeit für alle möglichen Stromstöße nicht durchsetzen, hier entschied man sich für die Nebenuhren mit polarisiertem
Magnetsystem. Durch den Betrieb mit polarisierten Gleichstromimpulsen konnte die Betriebssicherheit wesentlich gesteigert werden. Polarisierte Nebenuhren sind gegen Stromunterbrechungen während eines Kontaktes
weitgehend unempfindlich, nichtpolarisierte dagegen machen bei Unterbrechungen mehrere Minutensprünge.
Die bekannteste Form der Nebenuhr dürfte die “Bahnhofsuhr” sein, also die zig-tausendfach bei der Bahn eingesetzten Bahnsteig- und Innenuhren. Jeder wird die springenden Minutenzeiger schon einmal beobachtet haben.
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